1. Vorstand und Geschäftsstelle
2. Räume
3. Honoraruntergrenzen
4. Mitgliedervernetzung, Beiträge, Fördermitglieder-Akquise
5. Geschlechtergerechtigkeit und Diversität
6. Arbeit in Gremien
7. Jazzwoche Berlin
8. Rundfunk
9. Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik
10. Finanzen
1. Vorstand und Geschäftsstelle
Im November 2024 war Felix Henkelhausen aus dem Vorstand zurückgetreten. Für den freien Platz hatten die restlichen Vorstände Sera Kalo zunächst kooptiert. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli 2025 wurde Sera schließlich als reguläres Vorstandsmitglied bestätigt. Im Herbst 2025 sind die beiden Vorstandsmitglieder Julius Gawlik und Laura Robles von ihren Ämtern zurückgetreten.
Im November 2025 wurde der Vorstand neu gewählt, erstmals für eine Amtszeit von zwei Jahren. Gewählt wurden: Lucia Cadotsch, Evi Filippou, Sera Kalo, Matthias Müller, Caro Olbertz, Fabian Ristau, Lennart Smidt und Bastian Stein.
Seit Mai 2024 waren Linda Davis und Sabine Marie Willig gemeinsam angestellt als Geschäftsführerinnen der IG Jazz Berlin in einem Umfang von 1,5 Stellen. Dies war möglich durch eine Spende der Schweizer Árvore-Stiftung - eine Anschubfinanzierung mit zwei Hauptzielen: 1. die Professionalisierung der Geschäftsstelle nach vielen Jahren des hauptsächlich ehrenamtlichen Engagements und 2. die Akquise anderer Förderquellen für eine sichere Weiterführung der Verbandsarbeit. Trotz intensiver Recherche und mehrerer Anträge ist aktuell eine Förderung durch andere Stellen leider nicht in Sicht. Aus diesem Grund - um mithilfe der Spende der Stiftung möglichst lang die Geschäftsstelle weiter zu finanzieren - hat der Vorstand entschieden, dass Linda Davis die Geschäftsstelle ab 1.1.2026 auf 80%-Stundenbasis alleine weiterführt. Sabine Willigs Tätigkeit für die IG Jazz Berlin endet somit zum 31.12.2025. Wir bedauern sehr, dass wir die Geschäftsstelle nicht in dem aktuellen Umfang erhalten können und danken Sabine sehr herzlich für ihre tolle Arbeit und für ihren wertvollen Einsatz für die IG Jazz Berlin! Wir wünschen ihr alles Gute für die Zukunft und bleiben in Verbindung.
Im Jahr 2025 hatten wir Zuwachs von rund 20 Mitgliedern und sind jetzt bei 403 Mitgliedern.
2. Räume
Das Thema bezahlbare und gut ausgestattete Proberäume ist weiterhin ein wichtiges Thema der IG Jazz Berlin.
Auch dieses Jahr waren wir in sehr regem Austausch mit dem Raumbüro Freie Szene und Kulturraum Berlin GmbH. Für die IG Jazz Berlin hat Linda an den Jour Fixe des Raumbüros sowie an Treffen der AG Räume der Koalition der Freien Szene und des Beirats für Proben- und Aufführungsräume des Landesmusikrats teilgenommen. In Zusammenarbeit mit dem DACH Musik haben wir das Raumbüro Freie Szene bei ihrer Umfrage zum Raumbedarf der Freien Szene Berlin 2025 unterstützt.
Auch zum Kulturkataster, einem Projekt der Kulturraum Berlin gGmbH, haben wir uns ausgetauscht und unsere Expertise eingebracht.
Die Wilhelmsaue 112 ist noch bis Ende 2025 als Probenraum für die im DACH Musik versammelten Verbände für 5 Euro/h verfüg- und benutzbar. Ab Januar wird es stattdessen einen neuen Ensembleporberaum in der Breitenbachstraße 34-36 geben. Die IG Jazz Berlin steht auch hier was Ausstattung und Bewerbung des neuen Raumes betrifft, beratend der KRB gGmbH und dem Raumbüro Freie Szene zur Seite.
3. Honoraruntergrenzen
Dieses Jahr hat sich die IG Jazz Berlin sowohl in der AG Honorare und Soziales der Berliner Kulturkonferenz als auch der Fachgruppe Soziale Absicherung im Rahmen des Prozesses für ein Berliner Kulturfördergesetz engagiert und die Interessen der Freien Musikszene eingebracht.
Das im April 2023 vom DACH Musik (IGJ, inm, VAM, ZMB) veröffentlichte und laufend aktualisierte “Berliner Modell” findet weiterhin Anwendung bei den Ausschreibungen der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Aus unserer Webseite ist es hier zu finden:
https://www.ig-jazz-berlin.de/themen
Aufgrund der politischen Lage konnte die erste Stufe weiterhin nicht angehoben werden, sodass die Honoraruntergrenze nach wie vor bei 375 Euro liegt. Sie gilt ausschließlich für vom Land Berlin geförderte Projekte. Auf Bundesebene gelten die Honorarempfehlungen des Deutschen Musikrats.
Ende November organisierte die VAM eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Berliner Modell und einigen noch offenen Fragen davon in vier Workshops mit Expert*innen mit der IG Jazz Berlin als Kooperationspartner. Für die IG Jazz war Linda bei den Workshops dabei.
4. Mitgliedervernetzung, Beiträge, Fördermitglieder-Akquise
Seit Abschluss des Projekts “groundwork.jazz” haben wir die Stammtische IG Jazz.table auf No-Budget-Basis ungefähr einmal im Monat weiter fortgeführt.
Reguläre Mitglieder der IG Jazz Berlin und Studierende, die den Verein stärker unterstützen möchten, hatten die Möglichkeit, freiwillig ihren Mitgliedsbeitrag von 50€ pro Jahr (bzw. 12€ pro Jahr für Studis) auf einen beliebigen Betrag zu erhöhen.
Seit der Satzungsänderung im vergangenen Jahr bieten wir zudem neben der regulären Mitgliedschaft auch eine Fördermitgliedschaft (120€ pro Jahr) an. Sie richtet sich an Musik-Fans und potenzielle Unterstützer*innen der Szene für Jazz und Improvisierte Musik in Berlin, die nicht selbst Musiker*innen, Veranstalter*innen, Clubbetreiber*innen oder Studierende sind. Um Fördermitglieder zu gewinnen, haben wir 2025 u.a. Flyer-Aktionen vor der Philharmonie durchgeführt. Aktuell haben wir 6 Fördermitglieder. Bei der Mitgliederversammlung im November 2025 wurde über die Erhöhung des Mitgliedsbeitrag abgestimmt: Ab 2026 erhöht sich der Beitrag von 50 auf 50 Euro. Die Beiträge für Studierende und Fördermitglieder bleiben gleich.
5. Geschlechtergerechtigkeit und Diversität
Über die Themen Geschlechtergerechtigkeit und Diversität wurde innerhalb des Vorstands und der Geschäftsstelle dieses Jahr weiter diskutiert.
Anfang des Jahres fand wieder ein Workshop zu den Themen Geschlechtergerechtigkeit und Diskriminierungssensibilität für den neu gewählten Vorstand statt, durchgeführt von Linda. Während der Jazzwoche fanden Panels zu den Themen Klassismus im Jazz und Jazz as Resistance statt. Für das nächste Jahr plant der Vorstand, sich intensiver mit dem Thema Machtmissbrauch auseinanderzusetzen.
6. Arbeit in Gremien
Die IG Jazz Berlin war auch in diesem Jahr wieder aktiv in Gremien, Ausschüssen und anderen Verbänden.
Gemeinsam mit anderen Verbänden der freien Musikszene Berlin (inm, VAM, ZMB) engagiert sie sich im losen Zusammenschluss DACH Musik Berlin, in welchem vor allem die Themen Räume und Honoraruntergrenzen bearbeitet werden.
Bei der Deutschen Jazzunion nimmt die IG Jazz Berlin an der Bundesländervernetzung teil.
Als Mitglied des Landesmusikrats Berlin (LMR) sind wir im Jazzbeirat sowie Linda im Beirat für Proben- und Aufführungsräume vertreten. Seit Herbst 2024 sind wir Partner des LMR bei dem Förderprogramm "Instrumentale Amateurmusik", das Amateurbands finanziell unterstützt, wenn sie Profi-Musiker*innen im Rahmen der Honoraruntergrenzen engagieren wollen. Bei der Koalition der Freien Szene nimmt die IG Jazz an den Plena einmal im Quartal und an der AG Räume teil. Um die Einführung eines Berliner Kulturfördergesetzes voranzutreiben, ist die IG Jazz Berlin seit 2024 Mitglied der Berliner Kulturkonferenz und dort in der AG Honorare & Soziales und der Fachgruppe Soziale Absicherung engagiert.
Auch die Mitarbeit bei der Kampagne #BerlinIstKultur steht weiterhin im Vordergrund, um sich gegen die Kürzungen im Kulturhaushalt zusammenzutun.
7. Jazzwoche Berlin
Die siebte Jazzwoche Berlin fand vom 28. Juni bis 4. Juli unter dem Motto “Where Do We Go From Here?” statt. Die Jazzwoche Berlin wird durch die Projektförderung Jazz gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur. Schirmherrin war Sarah Wedl-Wilson, die kurz zuvor neu ernannte Berliner Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
An 7 Tagen fanden rund 80 Konzerte statt. 40 Spielstätten, Reihen und Projekte waren beteiligt von von Westend bis Grünau, von Wedding bis Neukölln, von Weißensee bis Zehlendorf. Die Clubs und Veranstalter*innen in Berlin gestalteten dabei wie jedes Jahr selbst das Programm.
Das Opening der Jazzwoche mit Konzerten und Panel fand am 27.6. wieder im Club Gretchen statt. Dabei waren neben vielen Mitgliedern, Musiker*innen und Veranstalter*innen auch Vertreter*innen diverser Interessenverbände und einige für uns wichtigen Politiker*innen. Das Diskursprogramm mit Panels, Workshops und Vorträgen fand wieder gebündelt am Eröffnungswochenende 28.&29.6. statt; dieses Jahr in der gelben Villa in Kreuzberg. Zudem gab es ein Kinderkonzert im Familienzentrum Adalbertstraße.
Zwei neue Formate waren ebenfalls Teil des Jazzwoche-Programms: Beim Medienworkshop hatten Nachwuchs-Musikjournalist*innen die Chance, sich mit erfahrenen Medienpersönlichkeiten auszutauschen und eigene Formate zu erarbeiten. Beim Aktionstag #BerlinIstKultur - Jazz gegen Kulturabbau gab es Livemusik und Wortbeiträge umsonst und draußen an drei Orten: vor dem Haus 104 auf dem Tempelhofer Feld in Neukölln, vor dem Bücherbogen am Savignyplatz in Charlottenburg und vor der schließungsbedrohten Kulturkneipe WATT in Prenzlauer Berg.
Das Opening war wieder sehr gut besucht mit rund 400 Besucher*innen. An den Diskursveranstaltungen nahmen jeweils zwischen 10 und 20 Besucher*innen teil, insgesamt rund 70 Teilnehmende. Videomitschnitte von vier der Panels und das gesamte Opening sind auf unserem YouTube-Channel zu sehen. Außerdem haben wir zur Jazzwoche vier neue Podcast-Folgen zum Titelthema „Where Do We Go From Here“ veröffentlicht, zu finden auf unserer Webseite. Die Berichte, die die Nachwuchs-Musikjournalist*innen im Rahmen des Workshops erarbeitet haben, sind auf dem Jazzwoche-Blog und auf Social Media zu finden. Bei Social Media hatten wir einen deutlichen Zuwachs bei Instagram von rund 4.600 auf rund 6.530 Follower.
Den Antrag für die Jazzwoche Berlin #8 haben wir im Oktober gestellt. Vorbehaltlich der Förderung durch den Senat planen wir sie für 20. bis 26. Juni 2026 mit Eröffnung am 19.6. im Club Gretchen.
8. Rundfunk
Der öffentlich-rechtliche Berliner Kultur-Radiosender rbbKultur wurde im April 2024 umbenannt in radio3 - und änderte sein Programmschema. Seitdem gibt es an Wochentagen vormittags von 6:00 bis 10:00 eine Musikmischung, in der gelegentlich auch Jazz aus Berlin vorkommt. Montags bis donnerstags gibt es außerdem jeweils von 22:00 bis 23:00 eine Jazzsendung, teils moderiert, teils Mitschnitte. Die Montags- und Mittwochssendungen sind zentral von der ARD produzierte Sendungen (ARD Jazz: Spotlight und Magazin), die in ganz Deutschland zur selben Zeit in den öffentlich-rechtlichen Kulturwellen gesendet werden. Die Dienstags- und Donnerstagssendungen entstehen theoretisch in Kooperation zwischen NDR und RBB. Leider gibt es beim RBB weiterhin keine*n feste*n Jazzredakteur*in mehr - aus diesem Grund liegt die praktische Programmgestaltung dieser Sendungen hauptsächlich beim NDR.
Wir sind weiter im Kontakt mit den Verantwortlichen bei ARD und RBB und setzen uns ein für eine bessere Positionierung von Berlins Jazzszene in diesen Kontexten.
9. Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik
PILOTPHASE:
STOP OVER 3: Die Präsentation des Residenzprogramms fand im Januar 2025 im Konzerthaus Berlin statt. Sechs Projekte wurden nach einem Open Call (208 Einreichungen mit Künstler*innen aus 44 Ländern) in einem Juryverfahren ausgewählt. Mitschnitte wurden bundesweit über die ARD ausgestrahlt.
STOP OVER 4 – PERSPECTIVES: Drei Kurator*innen (Ingrid Laubrock, Julia Hülsmann und Christian Lillinger) wurden eingeladen, jeweils einen Abend zu kuratieren. Außerdem entstehen Podcastproduktionen mit den Kurator*innen. Die Konzerte finden am 8., 9. und 10. Januar 2026 im Konzerthaus statt.
ZENTRUM LAB – CURATORS CHOICE?: Am 20. November 2025 fand eine Denkfabrik zum Thema Kuration statt (Konzept und Organisation: Tina Heine).
Informationen zu allen Aktivitäten finden sich auf: www.zentrum-under-construction.berlin
GRÜNDUNG:
Die Gründung ist vorbereitet und wird zeitnah erfolgen. Der Gesellschaftsvertrag wurde finalisiert und vom Finanzamt auf Gemeinnützigkeit geprüft sowie genehmigt. Die Geschäftsordnung wird derzeit formuliert.
VERORTUNG:
Zielverortung bleibt weiterhin L’AIGLON (Theaterkomplex und Kommandantenvilla) am Kurt-Schumacher-Damm. Berlin plant, die Sanierung vollständig aus dem SIWA-Sondervermögen (Restmittel Alte Münze) zu finanzieren. Ein entsprechender Beschluss ist vorbereitet und soll im November gefasst werden. Für 2026 sind eine Standortanalyse, eine Machbarkeitsstudie sowie ein Betreiberkonzept geplant.
Die BKM und die SenKGZ unterstützen das Vorhaben und den Standort erstmals öffentlich mit Social-Media-Posts auf ihren jeweiligen Kanälen. Till Brönner kommuniziert öffentlich seine Unterstützung als Projektinitiator.
FINANZIERUNG:
Land Berlin 2025: 300 T€, vor allem für die Pilotphase (zweckgebunden im Haushalt ausgewiesen).
Land Berlin 2026: Eine ungekürzte Fortschreibung wurde angekündigt (Beschluss Dezember 2025).
BKM 2025: Eingestellte 250 T€, vor allem für Projektentwicklung, Personal und Institutionsgründung, wurden wegen einer Haushaltssperre gesperrt. Der Übertrag von Restmitteln aus 2024 wurde genehmigt. Dadurch bleibt das Team arbeitsfähig, allerdings können weniger Aktivitäten als geplant umgesetzt werden.
BKM 2026: Eine drastische Kürzung wurde angekündigt, was den politischen Bekenntnissen und der klaren Verortungsperspektive widerspricht. Derzeit findet viel Lobbyarbeit sowie Bemühungen um parlamentarische Unterstützung statt. Ziel ist die Fortschreibung der Mittel und deren Sicherung für vier Jahre über die Bereinigungssitzung. Für 2026 wurde ein Antrag mit einem Volumen von ca. 380 T€ eingereicht.
TEAM:
Bis zur Gründung wird das Projekt weiterhin über die Deutsche Jazzunion verwaltet. Projektleitung ist Isabel Kienemann, Projektmitarbeiterin ist Sophie Tyong Ayong (beide fest angestellt). Nikolaus Neuser hat das Team verlassen; ihm gilt ein großer Dank für seine jahrelange Arbeit.
Kathrin Pechlof ist aufgrund einer Stundenerhöhung nun fest angestellt (50 %) und übernimmt kommissarisch die Aufgaben der künstlerisch-strategischen Leitung allein. Dabei steht sie im regelmäßigen Austausch mit Till Brönner sowie den Vorständen der beiden Verbände (Fabian Ristau für die IGJ sowie Janning Trumann und Michael Griener für die Deutsche Jazzunion) und mit Camille Buscot (Geschäftsführerin der Deutschen Jazzunion).
Eine Ausschreibung der künstlerischen Leitung ist aufgrund der ungeklärten Finanzierung weiterhin nicht möglich. Ziel ist es, bei Sicherung der Mittel die Ausschreibung Ende 2026 vorzunehmen und den Start für 2027 zu planen.
10. Finanzen
Wir werden weiterhin durch das Lohnbüro und den Steuerberater Nord-Treu GmbH unterstützt. Im Sommer haben wir unsere Steuererklärung für 2022-2024 abgegeben.
Seit 2024 erhalten wir finanzielle Unterstützung durch die Àrvore Stiftung und haben zudem sowohl 2024 als auch 2025 wieder eine Projektförderung Jazz der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt für die Jazzwoche Berlin erhalten. Der Detaillierte Finanzbericht für 2024 und die vorläufigen Einnahmen und Ausgaben für 2025 wurden auf der Mitgliederversammlung vorgelegt.